Keynote Lectures

Stefan Rahmstorf

Donnerstag, 14. März 2019, 08.00 - 08.45 Uhr im Saal 13b (1. OG, ICM)

Nach Paris: Wie bekommen wir die Klimakrise noch in den Griff?

Der wärmste und längste Sommer in Europa seit Beginn der Aufzeichnungen, schwächelndes Golfstromsystem, steigender Meeresspiegel und eine nicht abreisende Folge von Wetterextremen – wie sehen die neuesten Daten zur globalen Erwärmung aus?
Wurden bereits Kipp-Punkte des Klimasystems überschritten? Gibt es einen Zusammenhang von Klimawandel und Fluchtursachen? Und was bedeutet das Pariser Klimaabkommen für uns?
Wie lässt sich die globale Erwärmung noch deutlich unterhalb der 2-Grad-Grenze stoppen?

Prof. Dr.

Ulrich Prokosch

Freitag, 15. März 2019, 08.00 - 08.45 Uhr im Saal 13b (1. OG, ICM)

Digitalisierung: Fluch oder Segen

Prof. Dr. biol. hom. Hans-Ulrich Prokosch ist
• Inhaber des Lehrstuhls für Medizinische Informatik der FAU Erlangen-Nürnberg
• CIO (Chief Information Officer) des Universitätsklinikums Erlangen
• Vorstandsmitglied des Comprehensive Cancer Centers Erlangen-EMN

Seine Forschungsschwerpunkte sind:
• Architektur, Konzeption und Management moderner Krankenhaus-Informationssysteme
• Telematische Vernetzung des Gesundheitswesens
• Integration wissensverarbeitender Funktionen in Krankenhaus-Informationssysteme
• Evaluation von Informationssystemen im Gesundheitswesen
• Computerbasierte Lernsysteme

Professor Prokosch wird zum Thema „Digitale Medizin“ sprechen.
 

Dr.

Magarete Klein

Samstag, 16. März 2019, 08.00 - 08.45 Uhr im Saal 13b (1. OG, ICM)

Wahrheiten in Zeiten von Fake News

Seit dem Amtsantritt von Donald Trump sowie gezielter Desinformationskampagnen im Zuge des Brexit-Referendums und der Ukraine-Krise zieht das Thema „Fake News“ große Aufmerksamkeit auf sich. Es reicht jedoch weit über den (außen-)politischen Bereich hinaus, ist es doch eingebettet in den länger zu beobachtenden Trend „postfaktischer Diskurse“. Dabei werden nicht nur Erkenntnisse und Erkenntnismethoden von Wissenschaft, sondern allgemein die Fähigkeit, zwischen wahr und falsch zu unterscheiden, in Frage gestellt.
Der Aufstieg populistischer Strömungen ist zugleich Symptom als auch Kräfteverstärker für „postfaktische Diskurse“. Schließlich nutzen diese politischen Kräfte die verbreitete Elitenkritik gezielt zur Diskreditierung unabhängiger Akteure aus Wissenschaft, Expertenkreisen und Medien. Anstatt Fakten werden Emotionen geschürt, die sich politisch leichter instrumentalisieren lassen.
Während Desinformation und Propaganda keine neuen Phänomene darstellen, wird ihre gesellschaftliche und politische Wirkkraft durch Veränderungen im medialen Umfeld verstärkt. So lassen sich in sozialen Medien in sich geschlossene „Echokammern“ und „Filterblasen“ kreieren, die für Kritik von außen kaum mehr durchlässig sind. Dies fordert abgeschottete Diskurse und Radikalisierung. Demokratische Systeme sind aufgrund ihrer Offenheit zudem besonders verwundbar gegen Einflussversuche von außen, z.B. durch Auslandsmedien, die über gezielte Desinformation die gesellschaftliche und politische Kohäsion eines Ziellandes unterminieren wollen.
Was genau sind „fake news“ und wie wirken sie? Welche Akteure befördern „postfaktische Diskurse“? Vor welchen Herausforderungen stehen Politik, Gesellschaft und Wissenschaft und wie können sie damit umgehen?

Diese Fragen werden im Vortrag von Dr. Margarete Klein, Leiterin der Forschungsgruppe „Osteuropa und Eurasien“ an der „Stiftung Wissenschaft und Politik“ behandelt.